Sicherer Schlaf für Babys
Wo und wie ein Baby schlafen sollte, damit das Risiko des plötzlichen Kindstods sinkt — die aktuellen Empfehlungen der Amerikanischen Akademie für Kinderheilkunde und des NHS.
Der plötzliche Kindstod (SIDS) und andere Todesfälle im Schlaf sind selten, und einige einfache Gewohnheiten senken das Risiko weiter. Diese Seite fasst die aktuellen Empfehlungen der Amerikanischen Akademie für Kinderheilkunde (AAP) aus dem Jahr 2022 und des britischen Gesundheitsdienstes NHS zusammen. Beide sind sich in fast allem einig. Wo sie sich unterscheiden, sagen wir es.
Bei jedem Schlaf, tagsüber und nachts
- In Rückenlage. Leg dein Baby zu jedem Schlaf auf den Rücken, auch zu den Tagschläfchen. Schlafen in Rückenlage birgt ein weit geringeres Risiko für einen plötzlichen Tod als Schlafen auf dem Bauch oder auf der Seite. Sobald sich dein Baby von selbst in beide Richtungen drehen kann, musst du es nicht mehr zurückdrehen.
- Auf einer festen, ebenen Fläche. Nutze ein Babybett oder einen Stubenwagen mit einer festen, ebenen Matratze, die nicht nachgibt, wenn das Baby darauf liegt, und ein Spannbetttuch. Nichts, was schräg ist: Laut AAP ist jede Fläche mit mehr als 10 Grad Neigung nicht sicher zum Schlafen.
- Sonst nichts im Bett. Keine Kissen, Steppdecken, Bettdecken, Decken, Nestchen, Kuscheltiere oder Matratzenauflagen. Der NHS empfiehlt, das Baby mit den Füßen ans Fußende des Bettes zu legen, damit es nicht unter Bettzeug rutschen kann.
- In deinem Zimmer, im eigenen Bett. Stell das Babybett mindestens in den ersten 6 Monaten in das Zimmer, in dem du schläfst. Ein gemeinsames Zimmer senkt das Risiko, eine gemeinsame Schlaffläche erhöht es.
Was das Risiko erhöht
- Sofa und Sessel. Schlaf nie mit deinem Baby auf einem Sofa oder in einem Sessel ein. Das ist eine der riskantesten Situationen überhaupt.
- Autositz, Kinderwagen, Babyschaukel und Tragetuch. Sie sind nicht für den regulären Schlaf gedacht. Wenn dein Baby darin einschläft, leg es so bald wie möglich in Rückenlage auf eine feste Schlaffläche und lass es nicht lange im Autositz.
- Beschwerte Produkte. Verwende keine beschwerten Babyschlafsäcke, Pucktücher, Decken oder andere beschwerte Gegenstände auf oder neben deinem Baby.
- Überhitzung. Zieh deinem Baby etwa eine Schicht mehr an, als du selbst tragen würdest, um dich wohlzufühlen. Keine Mütze in der Wohnung. Der NHS empfiehlt eine Raumtemperatur von etwa 16–20 °C.
- Rauch. Rauchen in der Schwangerschaft und Rauch in der Umgebung des Babys nach der Geburt erhöhen beide das Risiko. Halte Zigaretten und E-Zigaretten ganz von deinem Baby fern, drinnen wie draußen.
Was hilft
- Stillen senkt das Risiko, wenn es dir möglich ist.
- Ein Schnuller, zum Tagschlaf und zur Nacht angeboten, senkt das Risiko ebenfalls — auch wenn er herausfällt, nachdem dein Baby eingeschlafen ist. Wenn du stillst, warte, bis das Stillen gut klappt, bevor du einen anbietest. Häng den Schnuller im Schlaf nie an einer Schnur um den Hals und befestige ihn nicht an der Kleidung.
- Wenn du puckst, leg dein Baby immer auf den Rücken und hör auf, sobald es erste Anzeichen zeigt, sich drehen zu wollen — bei manchen Babys schon mit 2 Monaten.
- Atemüberwachungsgeräte für zu Hause sind kein Weg, SIDS vorzubeugen — die AAP rät davon ab, sie dafür zu nutzen, und sie ersetzen diese Gewohnheiten nicht.
Wenn ihr doch in einem Bett schlaft
Die AAP rät, unter keinen Umständen mit deinem Baby in einem Bett zu schlafen. Auch der NHS empfiehlt ein eigenes Babybett, erkennt aber an, dass viele Eltern am Ende doch mit ihrem Baby schlafen, und gibt diese Hinweise, damit es sicherer ist:
- das Baby schläft in Rückenlage auf einer festen, ebenen Matratze;
- Kissen, Laken und Decken sind vom Baby ferngehalten;
- das Baby ist nicht gepuckt — ein Babyschlafsack ist sicherer;
- keine anderen Babys, Kinder oder Haustiere sind im Bett;
- das Baby bleibt nie allein in einem Erwachsenenbett;
- das Baby kann nicht aus dem Bett fallen oder zwischen Matratze und Wand eingeklemmt werden.
Laut NHS solltest du nie mit deinem Baby in einem Bett schlafen, wenn:
- dein Baby zu früh (vor der 37. Woche) oder mit niedrigem Geburtsgewicht (unter 2,5 kg) geboren wurde;
- einer von euch raucht — egal wo und wann, auch wenn nie im Bett;
- einer von euch 2 oder mehr Einheiten Alkohol getrunken hat;
- einer von euch Drogen oder Medikamente genommen hat, die schläfrig machen.
Wann du ärztlichen Rat suchen solltest
Sprich bald mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt, wenn dein Kind:
- oft schnarcht, nachts Mühe beim Atmen zu haben scheint oder tagsüber sehr schläfrig ist;
- nicht wie erwartet zunimmt oder keinen Appetit mehr hat;
- Schlafprobleme hat, mit denen du nur schwer zurechtkommst.
Wenn du dir Sorgen machst und nicht weißt, was zu tun ist, darfst du jederzeit nachfragen. Wenn du unsicher bist, ob ein Schlafprodukt sicher ist, oder dein Baby eine Erkrankung hat, die diese Empfehlungen ändern könnte, frag deine Kinderärztin oder deinen Kinderarzt.
Wenn dein Baby jünger als 3 Monate ist und 38 °C Fieber oder mehr hat oder 3–6 Monate alt ist und 39 °C oder mehr hat, ruf sofort die Kinderarztpraxis an. Wenn du dort niemanden erreichst, ruf die 112 an.
Ruf sofort die 112 an, wenn dein Baby:
- länger als 20 Sekunden nicht atmet;
- sehr schnell oder mit großer Anstrengung atmet — stöhnt oder bei jedem Atemzug den Bauch einzieht;
- blaue, graue, blasse oder fleckige Haut, Lippen oder Zunge hat;
- sehr schwer oder gar nicht aufzuwecken ist;
- schlaff ist oder nicht trinkt;
- einen Krampfanfall hat oder einen Ausschlag, der nicht verblasst, wenn du ein Glas darauf drückst.
Quellen
- American Academy of Pediatrics (AAP), 2022 — AAP updates safe sleep recommendations
- American Academy of Pediatrics (AAP), HealthyChildren.org — A parent's guide to safe sleep
- American Academy of Pediatrics (AAP), HealthyChildren.org — Swaddling: is it safe?
- American Academy of Pediatrics (AAP), HealthyChildren.org — Sleep apnea: signs to watch for
- American Academy of Pediatrics (AAP), HealthyChildren.org — When to call the pediatrician: fever
- NHS (Großbritannien) — Reduce the risk of sudden infant death syndrome (SIDS)
- NHS (Großbritannien) — Is your baby or toddler seriously ill?
- KidsHealth (Nemours) — Failure to thrive: when to see a doctor
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